LIONESS OF THE PIANO. Oil on Canvas. Diameter 100 cm. by Stefan Bløndal

Biographie

 

     Nina Kavtaradze begann ihre musikalische Ausbildung im Alter von sechs Jahren in ihrer Geburtsstadt Moskau, im Konservatorium der berühmten Zentralen Musikschule, welche 1932 speziell für talentvolle Kinder gegründet wurde. Schon im Alter von acht Jahren spielte Nina Kavtaradze ein Konzert im Säulensaal des Unionshauses in Moskau. Nach 11 Jahren an der Zentralen Musikschule wurde sie an Moskaus Konservatorium Schülerin beim großen Pianisten und dem Lehrer Professor Lev Oborin, der über Nina Kavtaradze schrieb: „Eine Musikerin im Besitz von Talent auf höchster Ebene, von großer künstlerischen Tiefe und von einer glänzenden Individualität“.

     Nach dem Konservatorium setzte Nina Kavtaradze ihre künstlerische Tätigkeit in der gesamten ehemaligen Sowjetunion, den USA und in den meisten europäischen Ländern fort. Kavtaradze's Repertoire schloß u.a. 50 Konzerte mit Orchester ein, welche sie mit unzähligen Dirigenten spielte. Unter denen befinden sich: Juri Ahronovich, Sir Charles Groves, Leif Segerstam, Jorma Panula, Kurt Sanderling, Moshe Atzmon, Mariss Jansons, Kiril Kondrashin, Lamberto Gardelli, Michael Schönvandt, Osmo Vänskä, Jan Latham-Koenig, Petri Zakari, Gunnar Staern, Daron Salomon, Peter Erös, Ole Schmidt usw. 

     Typische Beispiele der Reaktionen der Kritiker gehen aus diesen Anmeldungen hervor:

     „Orkan-Konzert – Sie kam, spielte und siegte, hatte Temperament und Ausstrahlung.“ (Grieg – Konzert in A-mol zusammen mit Matthias Aeschbacher)

     „Poetischer Beethoven – bald heftig, ausfahrend und „groß sprechend“ und bald milde, innerlich, tiefsinnig und nachdenklich. Man kam weit herum im Temperament von Beethoven, als Nina Kavtaradze und das Aarhus Symphonieorchester Beethovens 5. Klavierkonzert auf dem Spielplan hatte. Konzentrierte und durchreflektierte Arbeit bei der Solistin und das Orchester trug ebenfalls dazu bei eine musikalische Spannung hohen Grades aufzubauen, z. B. beim Übergang zwischen dem langsamen Satz und dem Finale, wo die Energie langsam und allmählich zu einem Nullpunkt herabführte, bevor sie in den emporragenden Tonkaskaden des Finale explodierte. Es war wie die Stille vor dem Sturm. Nina Kavtaradze zeigte überdies eine vornehme Klangbehandlung, bei der sie das Klavier dazu brachte, in einem schönen, zarten, aber intensiven Klang zu singen“. (Beethoven Nr. 5 – Konzert in Es-Dur zusammen mit Jorma Panula)  

     Auch für ihre Solo-Abende wurde sie von begeisterten Kritikern gelobt:

„Ein seltener Vogel – der Abend war ein Erlebnis, denn Nina Kavtaradze ist ein seltener Vogel, der aus ihrer früheren Heimat eine ganz andere Tradition und Einstellung zu den beiden Komponisten des Abends, Chopin und Schumann, mitbrachte und festhielt. Und diese Art ist wohltuend und nicht zuletzt spannend. In dieser Weise erlebten wir Chopins 24 Präludien, Opus 28, aus ganz neuen Einfallswinkeln mit einem Duft und einer Poesie, einer Zärtlichkeit und einem Verweilen, wie wir es nicht gewohnt sind. Eine Schönheit, die deshalb verwirren könnte, die aber voll von Mutmaßungen, Andeutungen und überredender Unmittelbarkeit ist. Und alle Augenblicke mit dem Eindruck gefüllt, daß es soeben war, als das Leben pulsierte. Man genoß einfach und atmete die expressive Kraft ein. Wanderungen von Entdeckung zur Entdeckung und mit spontan wirkenden Überraschungen. Nicht nur etwas, das nur in den Noten stand oder ein für allemal erstarrt war, sondern grüblerisch geschaffen wie ein nahezu impulsiver Verlauf.“ (Chopin – 24 Präludien, Schumann – Symphonische Etuden)

     Dazu kommt die Teilnahme an internationalen  Festivals und unzähligen Kammerkonzerten mit u.a.: Jean-Pierre Rampal, Liana Isakadze, Felix Ayo, Victor Pikaizen. 1986 haben Nina Kavtaradze und Erling Blöndal Bengtsson ein Duo gegründet, das in der ganzen Welt auf Tournee ist. Nach einem Konzert in Baltimore schrieb „The Sun“: „Nina Kavtaradze nahm am Klavier die gleichwertige Partnerattitüde ein, anstatt eine demütige Begleiterin zu sein, und sie verlangte Aufmerksamkeit für ihre technischen Finessen. Ihre feine Artikulation in Beethoven besaß einen feinen Funken, und sie war besonders imponierend in Rachmaninows G-mol Sonate“

     Nina Kavtaradze’s Repertoire ist sehr weitfassend und beinhaltet alle musikalischen Epochen. Neben den bekannten Werken sieht man auch seltene Musik in ihrem Programm, u.a. hat sie sämtliche Klavierwerke von Richard Wagner und Musorgskij eingespielt. Die Wagner Einspielungen wurden von der anerkannten deutschen Musikzeitschrift "Neue Musikzeitung" (gegründet von Robert Schumann) als eine der zehn weltweit besten Klavier CD-Platten des Jahres 2000 ernannt.. Über die gleiche Disziplin schrieb die holländische Musikzeitschrift WAA: „Eine bessere Fürsprecherin für diese Werke kann kaum gegeben werden“. WAA schrieb über „Ausstellungsbilder“ von Musorgskij: „Hier handelt es sich um eine außergewöhnliche Ausführung seines berühmtesten Opus. Kavtaradze bietet einen spannenden Spaziergang entlang Victor Hartmanns Bildern. Unerwartete Akzente und Pausen, die eine intensive Spannung beinhalten bieten einen Einblick in diese Welt des Klangs. „Promenade“ ist in dieser Ausführung ein Erlebnis. Eine „Ausstellung“ die mehrere Besuche wert ist. Die dänische Musikzeitschrift High Fidelity schrieb über „Ausstellungsbilder“: „Dieses Werk wurde unzählige male eingespielt, aber diese Einspielung ist trotzdem wert, sich mit ihr zu befassen, weil sie anders und wesentlich ist. Kavtaradze erzählt mehr als die meisten, sie zeigt Bilder und macht das mit Poesie und Einlebung, ja, mit Liebe. Es ist ein neues Erlebnis Musik auf diese Weise zu hören. Deshalb muß man diese Einspielung besitzen, obwohl man schon andere besitzt“.

     Mit ihrer Individualität und Virtuosität ist sie eine der üppigsten Pianistinnen.  

     2007 Jurymitgleid bei int. Wettbewerb William Kapell, USA.

 

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